Frontansicht des Allerweltsladen in Hannover Linden

Interview – Allerweltsladen Linden

Regal mit Büchern und KunstobjektenVor 11 Jahren etablierte sich der Allerweltsladen in Hannovers Stadtteil Linden.
Angefangen hat alles mit der Projektwoche der IGS Linden zum Thema Entwicklungspolitik und Fairer Handel. Der Wunsch etwas Langfristiges in dieser Richtung zu unternehmen, führte letztendlich zur Gründung eines Vereins. Mit gerade einmal einer Ladenfläche von 16m² mussten sich die Schüler/innen und Lehrer anfangs arrangieren. Nach einigen Umzügen ist der Allerweltsladen nun in der Limmerstaße sesshaft geworden.
Im Laden gibt es allerlei Dinge zu entdecken: Lebensmittel wie Bananen, Kaffee oder Tee sowie Kleinigkeiten wie Körbe oder Kunsthandwerk, alles aus Fairen Handel.

Zum Start unserer Interview-Reihe über einzigartige Ladengeschäfte in Hannover haben wir Ina Lüdecke zum Gespräch gebeten. Seit mittlerweile über 30 Jahren ist Frau Lüdecke im Allerweltsladen tätig. Als Ehrenamtliche fing sie an und arbeitet nun seit 11 Jahren in Teilzeit dort. Die Verbindung von nachhaltiger, praktischer Arbeit und Politik fasziniert sie nach wie vor.

Einkaufen und dabei noch etwas Gutes tun können für Arbeiter in Entwicklungsländern: Viele Menschen begrüßen heutzutage dieses Konzept und daher ist Fairer Handel schwer in Mode gekommen.

Hannover rules: Frau Lüdecke, leben Sie privat nach dem Prinzip des Fairen Handels?

Frau Lüdecke: Nicht 100%. Man kann ja gar nicht. Es gibt ja nicht alles aus Fairen Handel. Ich achte schon drauf, ich kaufe zum Beispiel nicht in solchen Läden wie Kik oder Lidl, aber viele Sachen, die man bekommt, da weiß man ja gar nicht unter was für Bedingungen die produziert werden. Wenn man bei jeden einzelnen Teil, was man kauf, das recherchieren wollen würde, da würde der Tag nicht ausreichen. Also ich achte schon drauf, ich kaufe eben Produkte aus unserem Laden, ich kaufe auch Bioprodukte, ich achte jetzt aber nicht fanatisch darauf. Also das geht dann irgendwie nicht.
Ginge vielleicht  konsequenter, als ich bin, wäre dann auch wahnsinnig stressig.Seitenansicht einer Bücherreihe

Hannover rules: Sie beziehen Ihre Produkte über GEPA und BanaFair, sind diese Unternehmen denn genau dasselbe wie Fair-Trade-Organizations?

Frau Lüdecke: Ja, also GEPA und BanaFair sind zwei Importorganisationen bei denen wir einkaufen. Es gibt aber noch weitere. Von BanaFair beziehen wir nur die Bananen, von der GEPA beziehen wir also sowohl Lebensmittel als auch Kunsthandwerk. Dann gibt es noch zwei weitere große Fairhandelsorganisationen, El Puente und dwp von denen wir Ware beziehen. Also unser wichtigster Lieferant ist eigentlich El Puente, die sitzen in Nordstemmen, also auch in der Nähe von hier, da haben wir auch einen guten persönlichen Kontakt und fahren da auch oft hin. El Puente hat zum Beispiel einen sogenannten Projektpartnerausschuss, das ist ein Gremium, wo sich Mitarbeiter von El Puente und auch Mitarbeiter von verschiedenen Läden und noch Andere treffen, über die Projekte also wo Produkte herkommen, die Produzenten und Produzentinnen sprechen und entscheiden, was neu aufgenommen wird.

Hannover rules: Findet auch ein Besuch in den entsprechenden Herkunftsländern statt?

Frau Lüdecke: Teilweise, ja, also die Mitarbeiter von El Puente bereisen natürlich auch regelmäßig die Länder, es findet aber auch viel, also man kann nicht jedes Jahr jedes Projekt bereisen es findet auch viel Kommunikation heute wie überall natürlich über Email statt und es findet auch Kooperation statt mit anderen Organisationen, die da wie zum Beispiel Entwicklungshilfe-Organisationen, die da in der Nähe vielleicht arbeiten, die sich dann auch mal so ein Projekt anschauen. Es finden aber auch Reisen von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der El Puente statt und bei den anderen Importorganostionen ist es natürlich wie bei El Puente, dass die auch hinfahren. Aber wir fahren jetzt nicht hin oder die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von den Läden fahren normalerweise nicht hin, dass würde ja viel zu viele Kosten verursachen, da könnte man die Sachen nicht mehr verkaufen, wenn die Kosten auch noch alle rein gerechnet werden müssten. Die haben ihre Kriterien, nach denen die arbeiten. Das sind jetzt keine starren Kriterien in dem Sinne die Produzenten und Produzentinnen müssen genau Das und Das erfüllen und wenn ein Kriterium vielleicht nicht so 100-prozentig passt, dann können wir das nicht aufnehmen. Sondern es ist auch viel so Entwicklung dabei. Also die Produzenten und Produzentinnen sollen natürlichen einen fairen Preis bekommen, damit sie auch angemessen leben können von dem Einkommen und sie sollen nicht unter gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen arbeiten, also das sind so Basiskriterien, die für alle gelten, aber was eben die Produzenten und Produzentinnen darüber hinaus noch machen Bildungsarbeit, Gesundheitsversorgung, also was nicht in allen Ländern, wo unsere Produkte herkommen Standard ist das die Arbeiter und Arbeiterinnen krankenversichert sind, also Gesundheitsversorgung, Altersvorsorge. Da ist nicht unbedingt jedes Kriterium in jedem Projekt erfüllt, sondern das ist so eine Entwicklung, die dadurch so zu sagen auch in Gang gesetzt wird, dass die Bedingungen sich weiter verbessern können und die Produzenten und Produzentinnen entscheiden dann eben oft auch selber oder eigentlich immer selber was sie mit diesem Mehrpreis, den sie eben durch den Fairen Handel bekommen, was sie damit machen wollen, wo sie dieses Geld reinstecken wollen.

Hannover rules: Ist die Nachhaltigkeit mehr im Sinne der Entlohnung oder auch im Anbau?

clothesFrau Lüdecke: Beides. Es ist ja so, also bei unseren Lebensmitteln ist es zum Beispiel so, dass über 70 Prozent der Lebensmittel auch bio- zertifiziert sind und auch das ist eben etwas was für Kleinproduzentinnen und Kleinproduzenten durch den Fairen Handel erst ermöglicht wird oft, weil die das sonst gar nicht finanzieren könnten, also so eine Zertifizierung kostet ja Geld, ein Zertifizierungsprozess dauert auch lange, das kann bestimmt zwei Jahre oder so dauern bis es dann endgültig zertifiziert ist oder manchmal auch noch länger. Bevor es nicht zertifiziert ist muss die Umstellung natürlich schon erfolgen ohne da höhere Preise ist, erzielt werden können und dadurch, dass eben sich viele Kleinproduzenten und Kleinproduzentinnen dann auch zu Kooperativen zusammen schließen oder es in dem Land noch ’ne Vermarktungsorganisation gibt, die den dabei hilft und dann eben auch durch Vorschüsse, die sie von den Fairhandelsorganisationen bekommen können viele Kleinproduzenten und Kleinproduzentinnen so ’ne Finanzierung überhaupt, also so ’ne Zertifizierung überhaupt nur finanzieren, das wäre sonst gar nicht möglich. Und deswegen ist es auch nicht bei jedem Artikel, der aus Fairen Handel kommt von Anfang an, sondern es ist auch so ’ne Entwicklung, die durch den Fairen Handel dann auch ermöglicht wird, dass die Produzenten und Produzentinnen diese Zertifizierung bekommen und dann eben auch an andere Käufer zu besseren Preisen verkaufen können durch die Zertifizierung. Und bei unserer Bekleidung ist eben bei den T-Shirts, also auch bei vielen Produkten ist es, dass Baumwolle aus Bioanbau ist, aber auch nicht bei allen. Es ist auch so bei der Baumwolle so zurzeit, dass die Nachfrage nach Biobaumwolle größer ist als das Angebot und wir haben da bei der Bekleidung sowohl Produkte wo die Baumwolle aus Bioanbau als auch Produkte wo es nicht aus Bioanbau kommt.

Hannover rules: Gibt es einen Unterschied, wenn man fair gehandelte Produkte bei Ihnen im Laden kauft oder im Supermarkt, beispielsweise bei den Bananen?

Frau Lüdecke: Also es gibt verschiedene Unterschiede.
Ein Unterschied ist natürlich oder ein wesentlicher Unterschied ist erst mal, dass das Sortiment in den Weltläden natürlich viel viel breiter ist als im Supermarkt. Also die Supermärkte haben ja meistens nur ’ne relativ kleine Auswahl an Artikeln aus Fairen Handel, insbesondere die Discounter, die haben manchmal vielleicht nur drei oder vier oder zehn Artikel aus Fairen Handel, die haben auch überwiegend Lebensmitteln. Bei uns und in anderen Weltläden gibt es eben ein sehr breites Sortiment, ’ne riesige Auswahl. Dann ist es auch noch so, gibt es noch den Unterschied, es gibt die Fairhandelsorganisationen über die wir eben schon gesprochen haben. Die importieren nur fair gehandelte Produkte, die sind quasi auf Fairen Handel spezialisiert. Im Supermarkt gibt es auch Produkte beispielsweise Kaffee oder Tee von ganz normalen Kaffee-oder Teeimporteuren, der zum Beispiel ein oder zwei Prozent seines Umsatzes mit fair gehandelten Kaffee macht, wo dann auch dieses Fair-Trade-Siegel darauf ist, damit man es überhaupt erkennt. Und dieser Anbieter macht aber sein Hauptgeschäft eigentlich mit konventionellen Kaffee oder konventionellen Tee, das ist also auch noch ein Unterschied, dass wir eben mit Importorganisationen zusammenarbeiten, die nur fair gehandelte Artikel importieren. In den Kriterien gibt es  teilweise dann auch noch Unterschiede. Also Transfer, was früher Transfer hieß jetzt dieses Fair-Trade-Siegel, das ist ja ein Siegel. Da kann sich sozusagen jede Firma drum bewerben, um dieses Siegel, die für das Produkt bestimmte Kriterien erfüllt egal, ob die jetzt nur fair gehandelte Artikeln verkaufen oder nicht. Dafür bezahlen sie dann, wenn sie die Kriterien erfüllen, also wenn es anerkannt wird. Dann Gebühr, dass sie dieses Siegel drauf drucken dürfen.
Verschiedene Lebensmitteln sind im Regal positioniertDie Kriterien von den Fairhandelsorganisation sind teilweise noch viel höher.
Dann ist noch ein weiterer Unterschied, wenn Sie jetzt zum Beispiel bei uns einen Orangensaft oder einen Tee kaufen oder Bonbons in denen fair gehandelter Zucker zum Beispiel drin ist, dann ist dieses fair gehandelte Produkt in dieser Packung auch tatsächlich drin. Im Supermarkt gibt es Mischprodukte. Nehmen wir an ein Orangensaftabfüller, der kauft sag ich mal 4 Prozent fair gehandelten Orangen ein aus denen dann der Saft gemacht wird und 96 Prozent nicht fairen.
Dann wird das in den Anlagen alles gemischt und dann dürfte die eben genau auf die Anzahl  Packungen wie sie fair gehandelten Orangensaft hergestellt haben auch dieses Siegel drauf drucken.
Es ist aber nicht gesagt, dass in ihrer Packung, die Sie jetzt kaufen tatsächlich der Saft aus den fairen Orangen drin ist.

Im Weltladen kann man sich sicher sein, dass in dieser Packung Tee ist jetzt genau der Tee drin aus dem und dem von dem und dem Produzenten, was da auch drauf steht. Sie können das tatsächlich nachvollziehen, wo das Produkt herkommt. Das ist auch ein Unterschied. Beim Kaffee ist es aber so, dass auch in Supermärkten genau das drin ist was drauf steht. Also beim Kaffee findet dieses Mischverfahren wie ich das jetzt gerade erzählt habe nicht statt. Also wenn Sie jetzt einen fair gehandelten Kaffee im Supermarkt kaufen ist da tatsächlich dann auch genau in der Packung fair gehandelter Kaffee drin. Aber bei vielen anderen Produkten ist es nicht so.

Noch ein weiterer Unterschied, es gibt Mischprodukte zum Beispiel Bonbons oder Kekse, also Schokolade wo verschiedene Zutaten drin sind, die man zum Teil nicht alle aus Fairen Handel bekommt. Wenn Sie jetzt Kekse Verschiedene Schokoladentafelnhaben meinetwegen. Weizenmehl kriegen Sie gar nicht aus fairen Handel. Bei unserem Lieferanten ist es, so dass in den Mischprodukten mindestens 50 Prozent Fair Handelsanteil drin sein muss soweit es ein Produkt ist, wo das tatsächlich eben überhaupt möglich ist und bei dem Fairtrade-Siegel, also was man im Supermarkt findet, müssen nur 20 Prozent drin sein, bei den Mischprodukten. Das hört sich jetzt blöd an, muss nicht unbedingt negativ sein. Wenn Sie sich einen riesigen Bonbonhersteller vorstellen der nur 20 Prozent fair gehandelten Zucker in seine Bonbons rein tut und alle anderen Zutaten sind „unfair“ dann verarbeitet dieser Hersteller immer noch eine ganze Menge fair gehandelte Zutaten, einfach weil der große Mengen herstellt. Es ist aber so ’ne Entwicklung in den letzten Jahren, dass die diese Kriterien immer mehr verbessert werden und dass viele Kunden, die nicht so genau auf die Packung gucken sich natürlich vorstellen, wenn da dieses Siegel drauf ist, dass da deutlich mehr als 20 Prozent drin ist.

Oder auch beim Baumwollsiegel von Transfair, da ist auch nur der Baumwollanbau gesiegelt, aber nicht die Verarbeitung. Wenn Sie jetzt ein T-Shirt kaufen, wo das Fair-Trade gesiegelt ist, wird damit so zu sagen nur bescheinigt, dass die Baumwolle unter fairen Bedingungen angebaut worden ist, nicht aber dass das T-Shirt unter fairen Bedingungen genäht worden ist. Da muss man immer genau drauf gucken was da genau gesiegelt wird. Wenn man sich das Siegel genau anguckt, steht das auch drauf… sinngemäß.
Aber wenn man nicht so genau drauf guckt, dann sieht man eben nur dieses Siegel und denkt vielleicht das wäre auch in der Textilfabrik vielleicht unter fairen Bedingungen hergestellt worden.

Kleingegendstände und GeschirrHannover rules: Diese fehlende Transparenz hat man hier im Laden nicht?

Frau Lüdecke: Wir können für jedes Produkt, also benennen, also wenn es nicht überall auf dem Produkt ausführlich beschrieben ist, aber wir können es bei unseren Lieferanten eben für jedes Produkt genau erfahren, wo es tatsächlich herkommt und wer es hergestellt hat.

Hannover rules: Wie sieht Ihr Kundenstamm aus, also Stammkunden oder ist es eher eine Mischung?

Frau Lüdecke: Beides. Wir haben Stammkunden und Stammkundinnen, die regelmäßig kommen und wir haben auch Kunden, die was Schönes im Schaufenster sehen und deswegen reinkommen.

Hannover rules: Jüngere oder Altere Leute?

Frau Lüdecke: … Die meisten sind so meine Generation, die Mehrheit. Also so in den mittleren Jahren, aber junge kommen auch, ganz Alte kommen auch, ganz gemischt.

Hannover rules: Weiblich oder männlich?

Frau Lüdecke: Auch gemischt, ganz gemischt.

Hannover rules: Ist fairer Handel für jeden erschwinglich?

Frau Lüdecke: … Es gibt Produkte, die extrem preisgünstig sind, wo man sich wirklich wundert. Ein schöner Korb, der weiß ich nicht, nur 2,50 Euro kostet oder so. Es gibt Sachen, die erstaunlich billig sind, es gibt auch MusikinstrumenteArtikel, die Hochpreisig sind, gibt es beides. Da kann sich jetzt aus diesem Hochpreisigen Segment  sicherlich nicht jeder alles leisten. Wir haben aber auch Kunden, die wirklich wenig Geld haben und sich sagen aber der Kaffee ist mir wichtig, der hat auch ’ne besondere Qualität und das leiste ich mir… Es gibt sowieso nicht alles aus Fairen Handel, also jeder macht für sich so ’ne eigene Mischung, was er sich aus fairem Handel holt und was er sich in Bioqualität holt und einige Sachen sind eben tatsächlich sehr preisgünstig, die wir hier verkaufen, wo man sich dann tatsächlich fragt wie kann das überhaupt noch fair gehandelt sein, wenn das so billig ist.
… Einige, die mit dem Geld, also sich das stark einteilen müssen, die überlegen sich halt gut, wenn es ihnen trotzdem wichtig ist, was kann ich mir jetzt hier leisten und wo muss ich Kompromisse machen. Das ist auch immer ’ne Frage der Prioritäten. Es gibt Leute, die kein großes Einkommen haben und die sich trotzdem ein Auto gönnen, weil ihnen das wichtig ist. Ich meine jetzt natürlich nicht Leute, die wirklich am Existenzminimum leben, aber es ja so viel was dazwischen ist, zwischen dem Existenzminimum und Leuten, die jetzt wirklich überhaupt nicht nachdenken. Also es gibt ja ein ziemlich breites Spektrum dazwischen, zwischen Leuten, die so wirklich wohlhabend sind, dass die sich gar nicht groß überlegen müssen, kann ich mir das jetzt leisten und Leuten, die a, Existenzminimum leben und in diesem großen Bereich dazwischen, da überlegt sich halt jeder irgendwie, was für ihn Priorität hat und für den einen hat das Auto Priorität, der legt vielleicht weniger Wert auf den Fairen Handel und umgekehrt. Und da können sich oftmals Leute, die kein großes Einkommen haben auch Dinge leisten, die sich der Autofahrer … wieder nicht leisten kann.

Hannover rules: Wohin geht der Gewinn vom Verkauf ihrer Produkte?

Frau Lüdecke: Wir machen keinen Gewinn. Es ist so, dass das Prinzip vom Fairen Handel ist ja, dass die Produzenten und Produzentinnen fair bezahlt werden und die kriegen sofort ihr Geld, die kriegen nicht Geld, wenn wir die Sachen verkauft haben, die kriegen ihr Geld sowieso und sozusagen die Rabattspanne, die wir jetzt von unseren Lieferanten und Lieferantinnen bekommen, die brauchen wir, um unsere Kosten zu decken, wir haben ja auch kosten. Eben Mietkosten, den Einkauf natürlich, wir kaufen die Ware ein und bezahlen die, mein Gehalt und naja dann noch so Kleinigkeiten, was man dann immer noch braucht, Schreibwaren …Etiketten und Putzmittel, was man halt alles so braucht. Dafür bekommen wir eben einen Rabatt von den Importorganisationen, wenn wir bei denen einkaufen, damit decken wir unsere Kosten und Gewinne machen wir nicht. Die Produzentinnen und Produzenten werden ja so oder so bezahlt und nicht nur wenn wir einen Gewinn machen würden, so rum läuft das. Wenn wir jetzt mal einen Gewinn hätten, dann würden wir wa‘ mal renovieren, zum Beispiel. Dann würden wir jetzt nicht das Geld als Spende irgendwo hin schicken, es sei denn es würde mal was unvorhergesehenes passieren, wenn wir unerwarteten großen Gewinn machen… dann würden wir halt zusehen, dass wir den Laden verschönern, irgendwann muss ja auch mal renoviert werden, damit das Geschäft halt auch weiter läuft.

Hannover rules: Zahlen die Vereinsmitglieder auch entsprechend Vereinsbeiträge?

Frau Lüdecke: Die zahlen auch Beiträge, das ist aber nicht viel. Also der Monatsbeitrag ist ab 3 Euro und wer mehr  zahlen kann, der kann auch freiwillig mehr zahlen. Es zahlen auch ein paar Mitglieder freiwillig mehr, dass sind aber insgesamt keine wahnsinnigen Summen, also die Kosten werden schon zum großen Teil eben aus dem Verkauf gedeckt.

Regal mit Ordnern und SchreibmaterialHannover rules: Wie viele Vereinsmitglieder sind es?

Frau Lüdecke: Vielleicht 25 circa..30 so circa

Hannover rules: Gibt es einen Mitgliederschwund oder kommen regelmäßig neue Mitglieder dazu?

Frau Lüdecke: Also Schwund würde ich jetzt nicht sagen, das ist natürlich ein Wechsel. Es sind überwiegend unsere Aktiven, die auch Mitglied sind. Es gibt auch Mitglieder eben, die nur Mitgliedsbeiträge bezahlen, weil sie das unterstützen, ohne aktiv zu sein, da kommen auch mal neue, dafür treten andere aus. Also es ist weder ein massiver Schwund noch ’ne massive Steigerung.

Hannover rules: Also keine Sorgen in der Hinsicht, dass es ein Vereinssterben gibt?

Frau Lüdecke: … Es würde natürlich Druck nehmen, wenn man mehr Vereinsmitglieder hätte, dann ist man nicht so vom Umsatz her mal nicht mal so optimal läuft würde das natürlich ein bisschen Druck nehmen.

Hannover rules: Sie halten Infoveranstaltungen um Andere zu informieren. Wie halten Sie sich dabei auf den aktuellsten Stand?

Frau Lüdecke: Häufig ist es so, wenn wir ’ne Veranstaltung organisieren dass wir nicht unbedingt selbst die Referentinnen und Referenten stellen, sondern dass wir so zu sagen jemanden engagieren der das macht und wir Portrait von Ina Lüdeckedas Ganze nur organisieren… Wir organisieren, wir laden die Personen ein, wir organisieren den Raum, wir machen die Werbung, wir stellen Anträge, also projektbezogen ist es durch aus auch möglich eben wenn man ’ne Bildungsveranstaltung macht mal oder ’ne Kulturveranstaltung mal ’nen Antrag zu stellen, dass man dann von irgend ’ner Stiftung ’nen Zuschuss bekommt, also wir machen mehr dann so das Organisatorische als das wir uns hinstellen und selber ’nen Vortrag halten. Das kommt auch schon mal vor, natürlich wenn jetzt jemand eben über ein Thema sich wirklich gut auskennt, aber so was machen wir häufig,also mehr intern, also wir müssen uns ja auch hier intern eben über den Fairen Handel und unsere Produzentinnen und Produzenten und so weiter auf dem laufenden halten, damit wir dann auch fragen beantworten können, wenn Kunden mal was fragen und das machen wir dann eben intern also von den Importorganisationen gibt es auch ganz viele Informationen zu den jeweiligen Produzentinnen und Produzenten,die findet man heutzutage auch überall im Internet, also wenn Sie jetzt so ’nen Artikel im Online-Shop von El Puente anklicken können Sie gleich das passende Info dazu anklicken und da ziehen wir uns die Informationen halt auch raus und eben an diesen Gremien wie dem Projektpartnerausschuss, wo wir teilnehmen, von El Puente, wo die neuen Projekte besprochen werden, da nehmen wir natürlich nicht alle teil, aber zwei, drei Leute von uns nehmen da auch regelmäßig teil und berichten dann den Anderen hier im Laden, was es so für interessante Neuigkeiten gibt.

Hannover rules: Gibt es ein bestimmtes Projekt, dass Ihr Laden in der Zukunft anstrebt oder dass Sie sich für ihren Laden wünschen?

Frau Lüdecke: Also wir wünschen uns eigentlich also noch mehr Kundinnen und Kunden und auch neue Freiwillige und sonst wünschen wir uns eigentlich so, also dass es so weiter läuft wie bisher und noch besser wird, weil je mehr wir verkaufen desto mehr ist es ja auch gut für die Produzentinnen und Produzenten die davon leben. Also jetzt nicht in dem Sinne, dass wir Gewinn machen würden, wenn mehr Kunden kommen, sondern die Produzentinnen und Produzenten würden davon profitieren, wenn die Läden noch mehr verkaufen.

Hannover rules: Wir bedanken uns recht herzlich für das Gespräch.