Heft_09_2014_300

Stern: Das Erfolgsmagazin mit Ursprung in Hannover

Hannover, 14.03.14 von Michaela Nguyen Khac

Mit 772.955 verkauften Auflagen im Jahr 2013 und 7,447 Millionen Lesern
gehört der Stern zu den erfolgreichsten Nachrichtenmagazinen Deutschlands.

Herausgeber der Zeitschrift ist das Hamburger Verlagshaus Gruner+Jahr, ein Unternehmen der Bertelsmann Media Group und der Familie Jahr.
In seinem Wochenmagazin, welches jeden Donnerstag erscheint, greift der Stern politische und gesellschaftliche Themen auf. Markenzeichen der Zeitschrift ist der sechs-zackige weiße Stern mit roten Hintergrund. Darüber hinaus ziert stets ein bunt gestaltetes Cover mit auffälliger Schlagzeile den Stern.

Frontansicht des Anzeigerhochhauses in Hannover

Anzeigerhochhaus Hannover

Doch was viele Leser nicht wissen: Das Erfolgsmagazin hat seine Wurzeln in Hannover.
„Hannover, nicht Hamburg, ist die Kinderstube des deutschen Magazinjournalismus.“
Im Jahr 1948 gründete Henri Nannen den Stern im Anzeigehochhaus Hannover.

Wer ist Henri Nannen?

Der Herausgeber des Sterns Henri Nannen wurde am 25. Dezember in Emden, Ostfriesland geboren. Nach seinem Studium der Kunstgeschichte beginnt er eine journalistische Laufbahn, die schnell einen „Dämpfer“ bekam, weil gegen ihn ein Verfahren  wegen angeblichen „Widerstands gegen die Staatsanwaltschaft“ lief. Dank der Unterstützung des Verlegers Hugo Bruckmann wurde das Verfahren eingestellt. Als Nannen zur Wehrmacht berufen wurde, arbeitete er als Kriegsberichter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete er die Zeitung Hannoversche Neueste und anschließend die Hannoversche Abendpost.
Gleichzeitig entwirft er den „Stern“, welches auf Basis der Jugendzeitschrift „Zickzack“ zurückgeht. Dies war ihm möglich, da er von der britischen Militärregierung  eine Lizenz hierfür  bekam.

Logo des Magazin Stern

Logo des Sterns

1948 erscheint die erste Ausgabe des Sterns für 40 Pfennig. Die Zeitschrift umfasste 16 Seiten und auf dem Titelblatt befand sich die deutsche Schauspielerin Hildegard Knef.
Diese Aufmachung und Gestaltung des Titelblatts belegen auch die Theorie von einigen Historikern, die vermuten, dass sich Heri Nannen beim Konzept der Zeitschrift an dem bereits 1938/1939 erschienen Boulevardmagazin „der Stern“ orientierte. Zumal sich auch das Logo und der Name stark ähneln.

Im Fokus der ersten Ausgabe war unter anderem die Währungsreform, die am 20. Juni 1949 in den drei westlichen Besatzungszonen in Kraft trat.
Im Jahr 1951 verkauft Nannen für 17.500 Mark 25 Prozent der Stern-Anteile an den Verleger Gerd Bucerius, dem Herausgeber „der Zeit“ und seinen Mitgesellschafter Ewald Schmidt di Simoni. 1970 stiftet Nannen den Egon-Erwin-Kisch-Preis, eine Auszeichnung, die die journalistische Qualität von Reportagen förderte.

Als Chefredakteur konnte Nannen 62 Jahre lang der Presselandschaft sein Talent bewiesen und die Zeitschrift zu dem machen was sie heute ist. Am 13. Oktober 1996 verstarb Henri Nannen in Hannover an Krebs.

Würdigung Nannens

Seit 2005 wird der Henri-Nannen-Preis von dem Verlagshaus Gruner+Jahr vergeben. Herausragende journalistische Arbeiten in den Kategorien Reportage, Investigation, Dokumentation, Humor und Foto-Reportage werden ausgezeichnet. Dieser Journallistenpreis soll ebenfalls als Andenken an Henri Nannen gelten.

About Michi

Als gebürtige Hannoveranerin gehört es zu meiner Leidenschaft euch die neusten News und Schlagzeilen rund um unsere Stadt zu bringen. Meine Interessen liegen vor allem bei den Themen Reisen und Sprachen. Neben meinem Bachelor- Studium Informationsmanagement arbeite ich freiberuflich für Hannoer Rules- denn das Schreiben ermöglicht mir meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Besonders in den Bereichen Kultur und Sport werden noch zahlreiche Beiträge folgen.